Ein Interview

mit einem Dozenten der Deutschabteilung

Neulich haben zwei Journalisten von Blick mit einem Dozenten der Deutschabteilung ein Interview ¨¹ber das Studium in Deutschland gemacht. Unser Dozent hat schon viele Jahre in Deutschland gelebt, hat er inzwischen 1989 - 1993 sein Magister­studium der Interkulturellen Germanistik, Wirtschaftsgeographie und Komparatistik an der Universität Bayreuth und 1994-1999 sein Promotionsstudium an der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth abgeschlossen. Weil er mehrere Jahre in Deutschland gelebt und viel Umgang mit den Deutschen hatte, weiß er ¨¹ber Deutschland und die Deutschen Bescheid und machte uns einige wertvolle Vorschläge.

Der Dozent sagt, der größte Unterschied an der Universität zwischen beiden Ländern besteht darin, dass die Beziehung zwischen Studenten und Lehrern in Deutschland ganz locker sei. Im Unterricht f¨¹hlen sich die Studenten ganz frei und ungezwungen. Aber im Gegensatz dazu sei das in China nicht der Fall. Die chinesischen Studenten m¨¹ssen unbedingt auf die Lehrer hören und ihnen gehorchen. Kreativität und Innovation von den chinesischen Studenten werden deshalb immer beeinträchtigt. Die Studenten lernen nur, was im Buch steht, was werden die Kenntnisse der Studenten sehr eingeschränkt. Bei der Pr¨¹fung d¨¹rfen die chinesischen Studenten keine eigene Meinung äußern, sondern nur schreiben, was der Verfasser des Lehrbuches meint. Es fällt einem sowieso nicht leicht, ins Ausland zu fahren und dort allein zu studieren. Auf die Frage, ob er sich in Deutschland manchmal einsam und hilflos f¨¹hle, gabt uns der Dozent eine ganz positive Antwort. Ihm zufolge f¨¹hle man sich ¨¹berhaupt nicht einsam und hilflos, wenn man sich ganz und gar mit seinem Studium beschäftige. Je mehr man daran denke, desto einsamer und hilfloser f¨¹hle man sich. Man solle nur seine eigene Mentalität richtig regulieren und sich besser an die deutsche Gesellschaft anpassen. Es gebe doch solche Leute, die diese Situation im Ausland psychisch nicht bewältigen können und unter dem Nerven­kollaps leiden, so der Dozent. Er habe persönlich nie diese Probleme gehabt, weil er dort mit ganzem Herzen studiert habe. Auf die Frage, ob sich die chinesischen Studenten eher f¨¹r das Leben oder f¨¹r das Studium in Deutschland geeignet sei, möge der Dozent gerne zur¨¹ckkehren. Obwohl der Lebensstandard in Deutschland höher ist als in China und die Chinesen doch ein besseres Leben in Deutschland f¨¹hren können, f¨¹hlen sich die Chinesen dort trotzdem fremd. Einheimisch können sie nicht sein. Ein anderes, was dem Dozenten aufgefallen ist, ist die typisch deutsche Mentalität. Die Deutschen sagen, was sie denken. Umgekehrt sagen die Chinesen erst etwas, nachdem sie nachgedacht haben, ob sie sagen sollen. Die chinesischen Studenten haben bestimmt Probleme mit den Deutschen wegen deren Direktheit und der sogenannten Verhaltung vom Gesichtsverlieren, die in der chinesischen Gesellschaft sehr selten ist. Außer dem Studium m¨¹ssen die chinesischen Studenten auch noch lernen, wie sie sich besser an die deutsche Gesellschaft anpassen können, damit sie eine richtige Erscheinung schaffen können, nicht nur f¨¹r sich selber sondern auch f¨¹r die Deutschen. Das Erwähnte umfasst einige wichtige Schwerpunkte unseres Interviews, die uns einen Hinweis gegeben haben. Sie haben sich bestimmt schon viel ¨¹ber das Studium in Deutschland informiert. Wenn Sie eine Chance hätten, sich in Deutschland weiterzubilden, werden diese Vorschläge zu ihrem Einleben in die deutsche Gesellschaft entscheidend beitragen können.

Yuanyi