Sabina

Als ich sie wieder einmal traf, hielt ich sie f¨¹r eine Unbekannte. Fr¨¹her, in den 7 Jahren, als wir auf dem Gymnasium waren und die Sonne immer schien, schminkte sie sich immer modern? jugendlich? . Jedoch waren jene Tage schon undeutlich geworden.
Manchmal war das Leben wie ein Film und jeder Abschied und Tod war eine Episode davon, die schnell an deinen Augen vorbei lief, ohne etwas zu hinterlassen. Ich war sehr vergesslich und hatte Angst davor, dass ich mich eines Tages nicht an viel Wertvolles erinnern kann. Ich hatte davor Angst. Später gab Sabina mir ein Hausrezept, nämlich die Suppe aus gedörrten chinesischen Datteln und Schimmelgem¨¹se, was als gut f¨¹r vergessliche Leute betrachtet wurde.
Sabina war ein Schlaukopf und konnte fließend Französisch sprechen. Auf dem Gymnasium konnte sie trotz ihres durchschnittlichen Aussehens viele Blicke der Jungen anziehen, aber sie konnte sie nicht immer sehen. Sie erklärte es damit, dass ihre Sehfähigkeit nicht so gut war.
Der Schulabschluss stand schon vor der T¨¹r und alle waren schlechter Laune. Sabina begann mit George, Tom und Mike auszugehen und Bier zu trinken. Eines Mitternachts klopfte sie an meine T¨¹r. Nachdem sie in mein Zimmer eingetreten war, ¨¹bergab sie sich sehr
stark und mein physisches Heft war auf einmal durcheinander. Mit meinem weißen Schlafanzug redete sie schnell eine Serie französischer Wörter. ``Sabina, Sabina.``
Ich lernte dieses Mädchen schon vor 7 Jahren kennen, aber ich kannte sie immer noch nicht. Ich lebte in meiner eigenen Welt, weiße Röcke tragen und schwierige Physikaufgaben bis tief in die Nacht machen. Allerdings war ich damit zufrieden und hatte keine Ahnung davon, warum das Sabina nicht gefiel.
Der körperlichen Untersuchung folgten die langen Feiertage im Mai. Danach war Sabina verschwunden, ohne Abschied von uns zugenommen zu haben. F¨¹r ein paar Tage war ich traurig, aber dann erkrankte ich wieder erneut: Ich habe die Masse des Elektrons im Kopf behalten, aber vergessen, was Sabina in jener Nacht gesagt hatte.
Ich konnte mich nur an jene Sabina erinnern, die mich vor 7 Jahren zum Drachen steigen lassen einlud ¡ªrein und s¨¹ß, wie eine kleine Chrysantheme.
Es war keine Überraschung f¨¹r mich, zum Studium zugelassen zu werden. Trotzdem kreiste ich nach der Abschlusszeremonie auf dem Spielplatz Zirkel um Zirkel, als ob ich etwas verloren hätte. Jedoch wusste ich nicht genau, was es war.
Meine Universität war eine, mit der ich angeben konnte, aber was mich anzog, war ihre große Wiese. Jeden Tag nach dem Unterricht wollte ich unbedingt dorthin gehen, um den Drachen zuzuschauen. Ich hatte keine feste Freundin, nur eine Gruppe von Freunden, die sich nur f¨¹r ihr Studium interessierten.
Erstaunlicherweise sah ich Sabina eines Tages wieder. Mir zitterten die Hände an den Lenkstangen. Ich trug schon keine langen weißen Röcke mehr und parf¨¹mierte mich. Langsam ging ich näher zu ihr.
„Schönes Wetter, nicht wahr?¡° Ihre Stimme war unverändert.
„Ja.¡°
„Der Wind weht nicht sehr stark. Es ist ein guter Tag, Drachen steigen zu lassen.¡° Sie schaute die ganze Zeit nach vorne.
„Ja.¡°

„Hast du einmal Drachen steigen lassen?¡°
Meine Hände begannen zu schwitzen. „Ja.¡°
„ Könntest du dich hierher setzen?¡° Sie lächelte und die dunkle Brille spiegelte de
n Himmel und die Wolken wider. „Du bist noch immer größer als ich", was mir ein Druckgef¨¹hl gab.
Sie wusste, wer ich war!
„Bist du auf mich böse, weil ich dich nicht begr¨¹ßt habe?¡°
Lass das. Vielleicht sollte ich mich selbst nicht f¨¹r unfehlbar halten.
„Es ist nicht so.¡° Mit den Worten stand sie auf: „Ich weiß, du bist es, aber ich bin nicht sicher, wo du bist.¡°
Hinter der dunklen Sonnenbrille war endloses Dunkel. Ich bedeckte meine Augen mit der Hand wie vor der Sonne. Mein Lächeln wurde starr. Plötzlich war mir klar, warum Sabina uns verlassen hatte, ohne „Auf Wiedersehen¡° zu sagen, warum sie sich mit ihrer R¨¹ckständigkeit abfand, und warum sie immer sagte, ihre Sehfähigkeit sei nicht gut.
Sie hatte mich nie betrogen.
Ich sah ihr lächelnd zu. Vielleicht konnte sie es nicht sehen, aber das machte nichts, denn mein reines Zeitalter war zur¨¹ckgekommen.



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