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Die Zukunft gehört der Familie
China ist ein altes Land mit ¨¹ber 5000 Jahren Geschichte. Was noch älter ist,
ist die Institution der Familie. Jahrtausende lang erfuhren die chinesischen
Familien nie so viele Inkonsequenzen wie heute. Deswegen diskutiert man seit
Jahren ¨¹ber die Frage, ob Familie noch Zukunft hat.
Nach der Öffnung Chinas zur Welt sind viele neue Ideen und Verhaltensweisen des
Westens gleichzeitig mit G¨¹tern und Dienstleistungen eingef¨¹hrt worden. Der
traditionelle Familiensinn wurde stark davon beeinflusst. Viele versuchen,
offener mit dem Familienleben umzugehen, während sie McDonald¡¯s schlemmen und
sich Hollywood-Filme anschauen. Dabei hört man immer mehr von Scheidungen und
Alleinerziehenden, was vor zehn Jahren noch selten war. Ich w¨¹rde dieses
Phänomen nicht negativ bewerten, weil es zeigt, dass man eine gewisse
Selbstständigkeit besitzt und damit aktiv handeln kann. Aber ein Witz, der diese
Erscheinung mehr oder weniger widerspiegelt, regt mich an. Der Witz lautet: In
China gr¨¹ßten sich die Leute oft mit dem Spruch. „Haben Sie schon gegessen?¡°
Aber wegen der steigenden Scheidungsrate kommt „Haben Sie sich schon mal
scheiden lassen?¡° in Mode. Deswegen machen sich viele große Sorgen um die
Zukunft der Familie. Einige f¨¹rchten sogar, dass die Familie eines Tages nicht
mehr existiert, wenn niemand daf¨¹r die Verantwortung trägt. Von einem Sinken der
Moral ist nicht die Rede, so schwarz sehe ich es nicht. Allein durch McDonald¡¯s
und Hollywood können die Chinesen nicht von ihrer alten Tradition abweichen,
außerdem ist es auch im Westen bzw. in den USA noch nicht so weit gekommen. Im
Gegenteil legen die Amerikaner großen Wert auf die Familie und dr¨¹cken den
Familiensinn offen aus durch K¨¹ssen und Umarmen, wie wir Chinesen mit bloßen
Augen in Hollywood-Filmen sehen können. Manchmal meinen sogar die Amerikaner,
dass uns Chinesen der Familiensinn fehlt. Beweis daf¨¹r: Man verhält sich
„gef¨¹hllos¡° beim Abschied von den Eltern, und vielleicht ist? man nachher ein
halbes Jahr von zu Hause weg! Wir finden die Amerikaner auch nicht besonders gut
in Bezug auf den Familiensinn: Mit 18 muss man ausziehen; wenn der Sohn Geld
leihen will, verlangt der Vater sogar einen Schuldschein! Aus objektiver Sicht
m¨¹ssen wir gestehen, dass der Familiensinn f¨¹r jede Nation etwas anderes
bedeutet, was man tolerieren sollte.
Richten wir einen Blick in die Zukunft. Die neue Technik bringt uns mehr
Varianten des Familienlebens?. Da folgt die Frage, ob wir sie akzeptieren.
Heutzutage gibt es so genannte gleichgeschlechtliche Paare, die in einigen
Ländern schon legalisiert wurden. W¨¹rden wir sie noch umsonst kritisieren, wenn
die Klontechnik ihnen erlauben w¨¹rde, ein Kind zur Welt zu bringen? So .
Deswegen m¨¹ssen wir die Familie breit definieren und tolerant sein. Jeder kann
fantasieren, wie eine Familie f¨¹r ihn in der Zukunft aussieht. Es wäre möglich,
dass man ständig seine Ehepartner wechselte oder gleichzeitig mehrere Partner
hätte; es wäre auch möglich, dass man durch das Internet eine Online-Familie
gr¨¹ndete, um eine „Platonische Liebe¡° zu f¨¹hren. Aber ich stelle es mir vor,
dass die meisten Familien wie die traditionellen sein werden: Ein Mann und eine
Frau mit 2 bis 3 Kindern wohnen zusammen, höchstens mit einem menschenähnlichen
Roboter. In China wird sogar der „Großfamiliensinn¡° noch bleiben, aber
sicherlich viel schwächer als heute.
Obwohl diese Prognose uns eine optimistische Zukunft darstellt, stehen vor uns
noch viele Schwierigkeiten. Wor¨¹ber ich mir große Sorgen mache, das sind die
Kinder aus außerordentlichen Familien, deren Eltern geschieden wurden oder mit
Alleinerziehenden leben, weil es durchaus möglich wäre, dass sie aus
irgendwelchen Gr¨¹nden nicht so gut wie normale Kinder behandelt werden. Ihre
Finanzquellen sind beispielsweise ein Problem. Die meisten Alleinerziehenden
können ihre Kinder vielleicht gerade noch ernähren, aber f¨¹r das
Hochschulstudium und Weiterbildung zu bezahlen fällt manchen wegen des
vermarkteten Hochschulwesens schwer. Mit der Entwicklung der Gesellschaft kann
die materielle Versorgung f¨¹r diese Kinder durch Sozialhi
lfe
usw. gesichert werden. Aber geistige F¨¹rsorge wird zu einem Problem. Da m¨¹ssen
sich alle Menschen mehr umeinander k¨¹mmern, um die menschliche Härte zu
beseitigen. Dabei gewinnt der Familiensinn wieder an Bedeutung, weil Familien
Zellen der Gesellschaft heißen.
Die Sonne geht jeden Tag auf. Die Familie, diese uralte Institution wird länger
und besser bestehen existieren, eventuell f¨¹r die nächsten 5000 Jahre. Je
schneller der Lebensrhythmus wird, desto dringender braucht man einen Halt.
Familie bietet Trost und Unterst¨¹tzung, fördert die Stabilität der Gesellschaft.
Deswegen bin ich fest davon ¨¹berzeugt: Die Zukunft gehört der Familie!
Alfonso
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