Schl¨¹sselwort: Familie
Das Erkennen
J. Nepomuk Vogl
Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
Kommt wieder heim aus fremdem Land.
Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt;
Von wem wird der Bursch wohl zuerst erkannt?
So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor,
Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
oft hatte der Becher die beiden vereint.
Doch sieh, Freund Zollmann erkennt ihn nicht;
Zu sehr hat die Sonn ihm verbrannt das Gesicht.
Und weiter wandert nach kurzem Gruß
der Bursche und sch¨¹ttelt den Stab vom Fuß.
Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm.
„Du bl¨¹hende Jungfrau, viel schönen Willkomm!¡°
Doch sieh, auch das Mädchen erkennt ihn nicht;
die Sonn hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.
Und weiter geht er die Straße entlang,
ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wange.
Da wankt von dem Kirchsteig sein M¨¹tterchen her:
„Gott gr¨¹ß euch!¡° so spricht er und sonst nichts mehr.
Doch sieh, das M¨¹tterchen schluchzet voll Lust:
„Mein Sohn!¡° und sinkt an des Burschen Brust.
Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
das Mutteraug hat ihn gleich erkannt.
Was ist eigentlich die Familie? Als wir auf die Welt kamen, wurde uns schon eine
Familie gegeben. Sie besteht aus Vater, Mutter und Geschwistern. Sie war das
einzige Eigentum, das wir bereits am Anfang hatten. Sie schien unsere ganze Welt
zu sein. Im Laufe der Zeit haben wir immer mehr Dinge bekommen. Eines Tages sind
wir erwachsen und wollen nicht mehr in der Familie bleiben. Dann nehmen wir den
Wanderstab und ziehen in die Fremde. Wir haben uns mit Ambition durch die Welt
geschlagen. Plötzlich f¨¹hlen wir uns einsam, auf einmal verstehen wir, dass wir
als Menschen mit Gef¨¹hl und Herzen die Einsamkeit auf Dauer nicht ertragen
können. Dann suchen wir etwas mit Absicht oder auch nicht. Eines Tages haben wir
jemand getroffen, der uns so gefällt, dass wir das ganze Leben mit ihm teilen
möchten. Jetzt haben wir unsere eigenen Familien. Wir sind sehr stolz darauf,
dass wir eine Familie gr¨¹nden können. Mit der Zeit werden wir auch Eltern
werden. Genau so wie unsere Eltern möchten wir unseren Kindern eine gl¨¹ckliche
Familie geben. Aus dem Leben haben wir gelernt, dass eine Familie viele
Bedeutungen hat. Familie bedeutet Haftung, Verantwortung, Liebe usw. Wir kennen
erst jetzt unsere Eltern besser als je zuvor. Manche Dinge, die wir fr¨¹her
ignoriert hatten, waren uns eigentlich sehr wichtig. Aber unsere Eltern sind
schon alt geworden. Viele verpasste Chancen können wir nicht mehr nachholen. Was
können wir denn nun machen? Unsere Kinder wachsen heran. Was wir machen sollen,
ist, dass wir die Kinder ohne Gegenleistung gut erziehen, so wie es unsere
Eltern damals f¨¹r uns gemacht haben. Ja, die Kinder sind noch zu klein, sie
verstehen vielleicht noch nicht, was alle die Dinge bedeuten, die wir f¨¹r sie
gemacht haben. Aber wir sind davon ¨¹berzeugt, dass sie eines Tages ihre Eltern
verstehen können. Das, was die Eltern ihren Kindern geben, ist eine Familie.
Aber gerade das ist das kostbarste Geschenk auf der Welt.
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Familienleben
Manfred Eichhorn
Ich nahm ihre hand
Und wir versprachen uns
Ein gemeinsames leben
Nun treffen wir uns
Noch zweimal täglich
An der Haust¨¹r
Wenn ich zur Arbeit gehe
Und sie von der Arbeit kommt
Und umgekehrt
Es kommt uns
Schon seltsam vor
Wenn wir uns dabei
duzen
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie ein Familienleben aussieht. Ich habe
Angst, einen festen Freund zu haben und schließlich mit ihm eine Familie zu
gr¨¹nden. Ich f¨¹rchte, dass ich durch die Gr¨¹ndung einer Familie mich selbst
verlieren w¨¹rde. Ich kann es mir nicht vorstellen, wie sich zwei
unterschiedliche Leute das ganze Leben lang miteinander verbinden können. Ich
erinnere mich an das Buch von Qian Zhongshu „Die Umfassungsmauer¡°. Die Leute,
die ledig sind, wollen heiraten. Aber die verheirateten Leute möchten vor der
Familie fliehen. Tja, das ist ja eben das Leben. . Wenn man etwas bekommen will,
muss man auch etwas aufgeben. Man sollte sich nur mal ¨¹berlegen, was einem das
Wichtige ist.
Ich muss zugeben, dass das Wort Familie ein heiliges Wort f¨¹r mich ist. Es ist
eines der schönsten Wörter der Welt. Jeder Mensch ist einzig in seiner Art. Auf
der Welt haben Sie schicksalsergeben jemand gefunden, den Sie lieben und auch
umgekehrt. Aus Liebe haben Sie beschlossen, eine Familie zu gr¨¹nden. Sie wohnen
dann unter einem Dach und k¨¹mmern sich umeinander. Sie sind nicht mehr allein
auf der Welt. Es gibt seither mindestens einen, der immer an Sie denkt. Die
Familie kann Ihnen immer Kraft geben, und wird Sie nicht verlassen, egal, ob Sie
reich oder arm sind. Sie f¨¹hlen sich jedes Mal sicher, wenn Sie daran denken,
dass Sie eine Familie haben. Sie haben sich an die Familie gewöhnt. Sie können
sie auch nicht mehr verlassen. Sie wird f¨¹r Sie immer wichtiger, selbst wenn die
Liebe nicht mehr so stark wie vorher zu sein scheint, weil diese Familie schon
ein selbstverständlicher Bestandteil Ihres Lebens ist.
Ans Vaterland schließ dich an
Fr. Schiller
Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
das halte fest mit deinem ganzen Herzen.
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft;
dort in der fremden Welt stehst du allein,
ein schwankes Rohr, das jeder Sturm erknickt.
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In der Mittelschule habe ich in dem Lehrbuch f¨¹r Politik gelesen, dass das
Vaterland das Wichtigste ist. So etwas habe ich damals nicht verstanden, obwohl
ich den Satz wegen der Klausur auswendig gelernt habe. Ich dachte auch nicht
immer an meine Nationalität. Aber dann begann ich Deutsch zu lernen, und mit der
Zeit hatte ich immer mehr Kontakte mit Ausländern. Allmählich verstand ich, dass
die Tatsache, dass ich eine Chinesin bin, mir sehr wichtig ist. Ich bin sehr
stolz darauf, dass ich eine Chinesin bin, obwohl China zur Zeit noch nicht stark
ist. Einmal hat ein Journalist einen Chinesen, der in den Vereinigten Staaten
wohnt, gefragt, wo seine Familie ist. Darauf hat er geantwortet, dass seine
Familie eigentlich in China ist, dort liegen seine Wurzeln. Ja, Familie, sie
kann die Familie von unseren Eltern sein oder im weiteren Sinne auch unser
Vaterland bedeuten. Egal wo wir uns befinden, wir sind nicht allein, solange wir
das Vaterland haben. Das Vaterland gibt uns Liebe und Kraft!
Zur Zeit ist China schwer von der Lungenkrankheit getroffen. , was mir einen
Stich ins Herz gibt. Als eine Angehörige dieser großen Familie bin ich sehr
traurig, dass unsere Familie jetzt einer solchen Katastrophe ausgesetzt ist. Es
scheint jetzt so, dass die ¨¹brige Welt China verlassen hat. Ich finde, selbst
wenn alle anderen China verlassen hätten, sollten wir Chinesen den Mut nicht
verlieren. Wir sollten unserem Vaterland vertrauen und unsere gemeinsame Familie
nicht im Stich lassen. Ein Mensch ohne Familie wird nie gl¨¹cklich sein.
Ich bin stolz auf unsere große Familie. Ich hoffe auch, dass sie eines Tages auf
mich stolz sein kann. Aus meinen Eltern, den Leuten, die mich lieben und meinem
Vaterland besteht meine FAMILIE. Ich bin gl¨¹cklich, dass ich so eine große
Familie habe.
Sun Ting
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